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Streifzug durch die Zeit in Darup/ Jungenschule

  

 

Die ehem. Jungenschule heute - (links die Lehrerwohnung, rechts der Schulraum)


Das Schulgebäude zwischen Kirche und dem Hof von Schulze Darup ist dem großen Brand 1806 zum Opfer gefallen. Ob man es, so gut es ging, wiederaufgebaut hatte? Die Akten sagen, dass man 1841 das Haus im Dorf Nr.28 zu Darup zugekauft hatte, in dem der Lehrer von da  an wohnen konnte.
Dieses Haus war ein Fachwerkgebäude, das immer mehr verfiel. So beschloss der Gemeinderat nach einer gründlichen Prüfung, dass ein Neubau einer Reparatur vorzuziehen war. Das Wasser lief bei Regen direkt vom Kirchhof durch die Tür ins Haus und alles war feucht. So stellte man 1891 einen Antrag auf Neubau von Schule und Lehrerwohnung, dem die königliche Regierung in Münster mit noch einigen weiteren Vorschriften (Brandmauer zwischen Tenne und Waschküche, Kamin im Wohnzimmer) am 30.3.1892 zustimmte.
Der Lehrer musste schon im Jahr davor ausziehen und in einer anderen Wohnung im Dorf wohnen, die Kosten dafür übernahm die Amtskasse Rorup.
Die Jungen der Knabenschule von 1890, die wir hier sehen, waren dann gemeinsam mit ihrem Lehrer die Betroffenen, die den Bau erlebt haben.


Lehrer Heinrich Wesseling (*2.9.1861, Amtsantritt 25.11.1883)



Knabenschule 1919


Vor der Schultür stand eine Pumpe für die Schule (Hinten rechts zu sehen)

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Eine Hauptpumpe für das Dorf stand am Löschteich unterhalb der Kirche. Von dort holte man sich das Wasser, das zu Hause gebraucht wurde, denn es gab zuerst ja noch keine Wasserleitungen. Die letzten Häuser im Dorf wurden erst in den 1970er Jahren an das allgemeine Wassernetz angeschlossen

In dem Erläuterungsbericht zum Neubau eines Schulgebäudes in Darup heißt es dann:
„Das alte massive Schulgebäude in Darup entspricht den gegenwärtigen Anforderungen nicht, es ist zweiseitig erleuchtet und entbehrt eine gegen Kälte und Hitze schützende Deckenanordnung. Die Lehrerwohnung liegt zum Teil in dem Schulgebäude und durch die mit dem Terrain gleich hochliegenden Fußböden ist letzterer feucht und bei Regenwetter tritt mangels einer genügenden Abflussrinne das Wasser vom  höher liegenden Kirchhof durch den Beschuss in die Zimmer. Der andere Teil der Wohnung, an der Rückseite gelegen in Fachwerk hergestellt, enthält zumeist Räume für Ökonomie und ist zum Teil recht baufällig.
Die Gemeinde-Vertretung beabsichtigt deshalb einen neuen einheitlichen und einstöckigen Bau aufzuführen und hat zu diesem Zwecke ein östlich anliegendes Gebäude käuflich erworben, um das neu zu errichtende Schulgebäude mit der ganzen Front am Kirchhof errichten zu können.
Die Lage und Einrichtung des Bauprojektes ist auf angehefteter Zeichnung ersichtlich. Das Schullocal für eine Knabenschule von 8-14 Altersjahren bestimmt, liegt östlich und erhält durch 4 große Fenster Erleuchtung von Osten, sodann ist für einen Vorflur mit Kleiderablage und einem Brennmaterialgelass gesorgt. Die Dienstwohnung für einen verheirateten Lehrer eingerichtet befindet sich im Mittelbau und  diese wird wie die Schule vom Kirchhof aus zugänglich.
Im Erdgeschoss erhält die Wohnung 5 Räume einschl. Küche mit Abort und einem Nebengelass. Mit Rücksicht auf die Lage, Norden und Süden, war das Hauptwohn- und Schlafzimmer nach der Sonnenseite, die Küche hingegen mit dem Treppenhause und den kleineren Zimmern nördlich zu verlegen. Im Dachgeschoss sollen 2 Schlafstuben, eine Vorrats- und eine Kornkammer hergerichtet werden. Unter der Etagentreppe liegt die Kellertreppe. Im Kellergeschoss sind außer für die Küchenbedürfnisse auch ein Raum für Kohlen und eine Waschküche unterzubringen. Stallungen und Futtertenne, welche mittels einer sog. Brandmauer vom Wohnungsteil abgetrennt sind, schließen den Bau westlich ab.
Was die Lage des Schulgebäudes als südliche Begrenzung des Kirchhofes im Allgemeinen betrifft, so ist dieselbe eine sehr ruhige und günstige. Die Verkehrsstraße führt von der gegenüber liegenden Seite des Kirchhofes an der Vorderseite der Kirche vorbei, die Ostseite wird von dem Pastoratsgarten nie bebaut werden können und die Südseite von einer Stiege für Fußgänger begrenzt. Da diese Stiege an der Mündung sehr schmal ist und bei dieser Gelegenheit verbreitert werden soll, so erhielt der Giebel des Schulgebäudes deshalb vom Kirchhof einen 1,0 m breiten Rücksprung.
Die Aborte und zwei Pissoire für die Schüler, welche vor einigen Jahren hergestellt  sind, befinden sich an der Rückseite des Schulhofes und sind von diesem her zugänglich. Als Spielplatz dient der Kirchhof sowohl wie der Schulhof.
Die Neubaukosten, abzüglich des mutmaßlichen Wertes des alten Gebäudematerials, betragen etwa 15 000 Mark
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Bauskizze der neuen Schule vom 3.3.1892 

Skizze von 1892 zum Bau einer neuen Schule mit Lehrerwohnung